LIEDDUO HEINZEN / MEAD

Mit ihren fein abgestimmten Konzertprogrammen begeistert das Liedduo mit der Schweizer Sopranistin Franziska Andrea Heinzen und dem deutsch-britisch-polnischen Pianisten Benjamin Malcolm Mead mittlerweile ein Publikum durch halb Europa: im Rahmen des Düsseldorf Festivals 2017 erklang während einer Schifffahrt ein RHEINISCHER LIEBESZAUBER; Vertonungen GOETHES UND DEN EMPFINDSAMEN DICHTERN waren Leitgedanke ihres Debüts am Schubertzyklus der Schubertiada a Vilabertran in Barcelona 2018.

Höhepunkte der Saison 2019 bilden u. a. ein zeitgenössischer Liederabend in der Konzertreihe IM ZENTRUM LIED in Köln, die Einladung an das SCHUMANNFEST in Düsseldorf sowie an das RHONEFESTIVAL in der Schweiz. Letzteres Konzert wurde vom Schweizer Radio SRF2 Kultur mitgeschnitten und im September 2019 ausgestrahlt. Das RILKE-Rezital von 2018 wurde ebenfalls vom Schweizer Radio SRF2 Kultur mitgeschnitten und in der Schweiz sowie auf BBC Radio 3 ausgestrahlt. 2017 gewann das Liedduo den ersten Preis am 2. Internationalen Lied-Wettbewerb Rhein-Ruhr in Ratingen sowie den zweiten Preis am Sieghardt-Rometsch-Wettbewerb für Kammermusik. Außerdem wurde das Liedduo für sein künstlerisches Schaffen mit dem Kulturförderpreis Musik 2017 der Landeshauptstadt Düsseldorf ausgezeichnet.

Die Schweizer Sopranistin Franziska Andrea Heinzen studierte an den Musikhochschulen von Zürich und Düsseldorf. Ihre Ausbildung schloss sie im Frühjahr 2016 mit dem Solistendiplom/Konzertexamen mit Auszeichnung bei Jeanne Piland ab. Eine enge Zusammenarbeit verbindet sie mit Konrad Jarnot.
HEINZENS vielseitiges Konzert- und Opern-Repertoire spannt sich von Monteverdis Marienvesper über klassische Werke wie Haydns Schöpfung bis in die Moderne und Zeitgenössische Musik. So interpretierte sie u.a. 2018 im Echoraum des Mozartfests Würzburg kammermusikalische Werke Dieter Schnebels und erhielt neben zahlreichen freien Opernproduktionen Gastengagements an den Theatern von Trier, Ulm und Hagen.
Franziska HEINZEN ist Britten Pears Young Artist, Stipendiatin des Richard Wagner Verbands Dortmund, der Madeleine Dubuis Stiftung und wird von MusikPro unterstützt. 2017 erhielt sie den Kulturförderpreis des Kantons Wallis.

Begeistert vom gemeinsamen Musizieren studiert der deutsch-britisch-polnische Pianist Benjamin Malcolm Mead seit Herbst 2018 an der Royal Academy of Music in London Liedbegleitung und Kammermusik bei Michael Dussek und Malcolm Martineau. Aufgewachsen in einer Musikerfamilie in Deutschland studierte er 2011-2018 Klavier bei Prof. Boguslaw Strobel an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf. Meisterkurse mit Hartmut Höll, Wolfram Rieger, Ulrich Eisenlohr und Georg Friedrich Schenck ergänzen seine Ausbildung.
Im Februar 2019 wurde er mit dem Webb Award für Liedgestaltung am Richard Lewis Wettbewerb in London ausgezeichnet und wird im Januar 2020 sein Debüt in der Wigmore Hall geben.
Benjamin Malcolm MEAD wird durch die Norbert Janssen Stiftung, die Theodor Rogler Stiftung und den Leverhulme Trust gefördert und ist Stipendiat des Richard Wagner Verbandes Düsseldorf, der Yehudi Menuhin Stiftung Live Music Now sowie Britten-Pears Young Artist. 

www.benjamin-mead.com

 

KONZERTPROGRAMME

(DES-)ILLUSIONEN. VOM FIN DE SIÈCLE IN DIE NEUE WELT (2021)

Das Liedprogramm (Des-)Illusionen erzählt von Utopien rund um die vorletzte Jahrhundertwende: Von einem exotischen Anderswo, von Phantasien, Sehnsüchten, ewiger Liebe, dem „promised land“, das sich doch wieder in sich selbst auflöst. Von Illusionen und unbekannten (Seelen-)Landschaften, die auch noch heute zum Träumen, Fragen und Nachdenken über unser inneres und äusseres Exil anregen. Von Claude DEBUSSY, Maurice RAVEL bis Kurt WEILL, Hans EISLER und Arnold SCHÖNBERG.

FRÜHLINGSDUFT IM MONDESCHATTEN (2020)

Mit dem Frühling verbinden sich Liebe und ungetrübte Freude, während der Silberglanz des Mondes auf die Sehnsucht und das Innere ummantelt. Exalitierende Liedkompositionen von Alban BERG, Joseph MARX, Edvard GRIEG und Richard STRAUSS schüren die Gefühlsregungen bis auf das Tiefste und Berührendste.

L’ALBUM DES SIX, RELOADED (2020)

1920 entstand in Paris der Klavier-Zyklus „L’album des Six“, zu dem die sechs avantgardistische Komponisten Georges AURIC, Arthur HONEGGER und Louis DUREY sowie Darius MILHAUD, Françis POULENC und Germaine TAILLEFERRE jeweils ein Werk beigesteuert haben. Die Musik der „Six“ ist damals wie heute eine musikalische Kuriosität, die es wieder zu entdecken gilt: Denn die Zwischenkriegszeit, „les années folles“, inspirierten Künstler zu avantgardistischen Preziosen, dadaistischer Experimenten und goldener Verschmelzung der Genres, dessen Ideenvielfalt nicht reicher sein könnte und bis heute an Faszination nicht eingebüsst haben. Der Liederabend zum 100jährigen Jubiläums dieser Trouvaille verspricht ein ungewöhnliches Feuerwerk an eigenwilligen Klängen, kuriosen Texten und theatralischen Momenten, bei dem eine große Prise musikalischer und literarischer Humor, ein Quäntchen Parodie und ein ironisches Augenzwinkern nicht fehlen wird.

ALTE WEISEN, NEU ENTDECKT. HOMMAGE À GOTTFRIED KELLER (2019)

Sowohl Schweizer als auch internationale Komponisten ließen sich von der Dichtkunst des Schweizers Gottfried KELLER begeistern und zu manch verzückend-pointierten Liedzyklus inspirieren: Im Liederabend treffen neben Werken von Hans SOMMER und Felix WEINGARTNER Kellers Naturbetrachtungen in Klängen des Schweizers Othmar SCHOECK auf Hans PFITZNERS und Hugo WOLFS Vertonungen KELLERS „Alte Weisen“.

KOMPONISTINNEN: ZIERDE ODER MEISTERIN? (2019)

Clara SCHUMANNS 200. Geburtstag lädt zum Innehalten ein: Bis heute stehen Komponistinnen oftmals im Schatten ihrer männlichen Kollegen. Der Liederabend mit rund 20 Komponistinnen von Clara SCHUMANN, Alma MAHLER bis Isabel MUNDRY und Juliana HALL erzählen gemeinsam von (gebrochener) Liebe, Einsamkeit, Trauer, Zweifel und kleinen Glücksmomenten. Dabei geht es weder um Feminismus noch Gendertrend, sondern um das (Wieder-)Entdecken versteckter Meisterinnen, die sich oftmals nur unter dem zierenden Deckmantel vornehmhaften Dilettantismus ihrer Kunst eröffnen konnten.

HÖRPROBE: LINK zum KOMPONISTINNEN-REZITAL am RHONEFESTIVAL 2019, Live-Mitschnitt von SCHWEIZER RADIO SRF 2 KULTUR

 

KLANGSPEKTREN. UND EWIG LOCKT DAS WEIB (2019)

Ein „Klangspektrum“ bezeichnet in der musikalischen Akustik das Frequenzspektrum von Klängen. Dieser dem modernen und zeitgenössischen Kunstlied gewidmete Konzertabend zeigt auf, dass sich die Komponisten unserer Zeit gerne auf uralte Fragen einlassen und durch ihre Musik mit teilweise ungewöhnlichem Stimmeinsatz erhellende, erfrischend neue klangliche Antworten finden. Das Programm erzählt von mystisch weiblichen Welten, deren Rätselhaftigkeit das männliche Geschlecht in Gestalt von Wolfgang RIHM, Alexander MUNO, Hugo WOLF, Arnold SCHÖNBERG, Richard STRAUSS und Manuela KERER immer wieder neu inspiriert.

TRAUMGEKRÖNT. HOMMAGE À RILKE (2018/2019)

Eine Welt für sich, traumgekrönt: Rainer Maria RILKES Ausformulierung des Todes- und Lebensgedankes und Transzendalität inspirierten ein gesamtes Jahrhundert bis in die Zeitgenössische Musik zu hoch emotionalen, kongenialen musikalischen Kunstwerken. Mit Werken von Alma MAHLER, Leonard BERNSTEIN, Samuel BARBER, Dora PEJACEVIC, Paul HINDEMITH oder Aribert REIMANN werden die Zuhörer in eine Welt voll Poesie und Liebesdrängen, aber auch Seelenabgründe entführt.

HÖRPROBE: LINK zum RILKE-REZITAL am RHONEFESTIVAL 2018, Live-Mitschnitt von SCHWEIZER RADIO SRF 2 KULTUR

DEBUSSY/BERNSTEIN. CELEBRATING WITH FRIENDS (2018)

Ein Liederabend zum 100. Todestag DEBUSSYS sowie zum 100. Geburtstag BERNSTEINS. DEBUSSY erneuerte mit seinen fremdartigen, sphärischen Klängen die Musik, BERNSTEIN als Personalunion eines Komponisten mit Broadway-Erfolg, Musikvermittler und Dirigenten. Die zwei Jubliare feiern wir musikalisch jeweils mit ihren engsten Künstlerfreunden: Erik SATIE, André CAPLET und Igor STRAVINSKY winden DEBUSSY ein Kränzchen, BERNSTEINS erst ernste, dann humorvolle Lieder bis hin zu Kochrezeptvertonungen erklingen zwischen Werken von Samuel BARBER.

SCHUBERT. GOETHE UND DIE EMPFINDSAMEN DICHTER (2018)

Das Konzertprogramm führt von der heiteren Leichtigkeit des Frühlings über das liebliches „Äugeln“ eines verliebten, liebenden und brennenden Herzens in die Betrachtungen der schönen (nächtlichen) Natur. In den Liedern der Mignon scheinen sich dann all diese Gefühle und Erlebnisse zu verweben und in musikalischer Reinform zu verdichten. Die Gegenüberstellung zweier Dichterströmungen, namentlich den empfindsamen Dichtern und J. W. Goethe versus eines Komponisten, dem Liedermeister Franz SCHUBERT, lässt uns voll und ganz in ihre eigenen poetischen Welten eintauchen.

RHEINISCHER LIEBESZAUBER (2017)

Der Rhein, die Loreley. Scheinbar ewig begleiten sagenumwobene Geschichten und schaurig-schöne Mären von Nixen und Sirenen das Bild des großartigen Stroms. Im Mittelpunkt des Liederabends steht dabei eines der prominentesten Musikerpaare Düsseldorfs und der Musikgeschichte: Clara und Robert SCHUMANN, Ehepaar und beide hervorragende Komponisten, die sich gegenseitig in ihrem Schaffen inspirierten. Das Publikum wird auf eine Reise zwischen Glückseligkeit, Liebeszauber und Liebesbangen entführt – und so manche Wassernixe und Meerfee hüpft zwischendurch aus dem Wasser.

ZWISCHEN OST UND WEST, RAUM UND ZEIT (2017)

Ein Liederabend mit Werken des Liedermeisters Franz SCHUBERT bis hin zu exotischen, zeitgenössischen Klängen: Seit jeher dient das Anderswo in Lyrik und Musik als Antipode zur poetischen Gestaltung räumlicher und seelischer Distanzen. So erklingt in diesem Liedrezital der Ostwind als Botschafter der Liebe, Raum und Zeit werden überwunden. Und steht gleichzeitig für die heimliche (Brief-)Liebschaft zwischen Wolfgang von GOETHE und Marianne von WILLEMER.

 

LIEDREPERTOIRE (AUSWAHL)

Barber (Mélodies passagères), Amy BeachBerlioz, Berg (op. 2, Sieben frühe Lieder), Bernstein (La bonne cuisine, Two love songs, I hate music), Charlotte BrayHenriette Bosmans, Nadia BoulangerBrahms (Abendregen, Mädchenlieder, Therese, Salome), Britten, Butterworth, ChaussonRebecca ClarkeDebussy (ariettes oubliées), De Falla (Siete canciones populares), Daniel de Lange (Heine), Samuel De Lange (Nachts in der Kajüte op. 6), Diepenbrock, Fauré (Verlaine), Gurney, Juliana HallHindemith (Rilke-Lieder 1942), Johanna Kinkel, Manuela Kerer (Alma Phantasien), Josephine LangLigeti (Der Sommer), LisztLutosławski (Chantefleurs et chantefables, Pięć pieśni), Mahler (diverse, Lieder eines fahrenden Gesellen, Rückert), Meier (Lieder us em Tal), Fanny Hensel-MendelssohnMendelssohn, Mernier (Sonett), Messiaen (Poèmes pour Mi), MilhaudMozart, Mundry (Wenn, Wer), Muno (Four states of a Shakespearean character), Pejacevic (Mädchengestalten op. 42), Pfitzner (Alte Weisen), Irène PoldowskiPoulenc (Les fiançailles pour rire), Puig-Roget, QuilterRavel (cinq chansons grèques, chansons madécasses), Reimann (Impression IV, cinq fragments français de Rilke), Reutter (Ricarda Huch), Rihm (Ophelia sings), Rushton (Alone), Schubert (Vertonungen von Goethe und den empfindsamen Dichtern: Mathisson, Salis-Seewis, Klopstock, Hölty, Uz, Claudius, Kosegarten / Der Hirt auf dem Felsen / Goethe-Vertonungen), C. Schumann (Am Strande, Lorelei, Die gute Nacht, Frage und Antwort, Warum willst Du andre fragen, Er ist gekommen, Liebeszauber), R. Schumann (op. 39, diverse), Schoeck (Schifferliedchen, Warum sind denn die Rosen so blass, Mit einem gemalten Band, Keine Rast, Suleika), Schönberg (Brettl, Das Buch der hängenden Gärten), Szymanowsky, Strauss, Sommer (Ach neige, Über allen Gipfeln, Die Lor), Tailleferre (six chansons), TschaikowskyWalton, Webern, Weingartner (Das Gärtlein dicht verschlossen, Alle meine Weisheit), Wikström (3 Rilke songs), Wolf (Mignon, Keller, Mörike, Italien Songbook), Zabel (Neruda), Zender (Tres canciones).