“Was Franziska Andrea Heinzen daraus [Grieg-Zyklus op. 48] macht, ist beeindruckende Liedkunst. Klangschön und mit variabler Dynamik und ausdrucksstarker Dramatik interpretiert sie die Texte. Meist melancholisch, manchmal auch keck, aber immer charmant. Die Aussagen sind ihr wichtig, den Seelenschmerz, den sie leise, zart und sensibel ausdrückt, um dann wieder voller optimistischer Emotionen ins Fortissimo zu gehen. Und eines beeindruckt besonders: Heinzen singt ihr textlich und tonal äußerst schwieriges Programm völlig auswendig. Kein Liedblatt und keine Notenmappe hindert sie daran, ihre gesangliche und mimische Kunst zu präsentieren. Auch nicht bei den Liedern von Claude Debussy in französischer Sprache oder bei den Vertonungen Alban Bergs, eines Schülers von Arnold Schönberg, die durch einen gehörigen Schuss Atonalität besonders anspruchsvoll sind.“ Wolfgang Leipold 9.2020

“Der dezent kehlige, nie spitze, vielmehr warme Sopran der Schweizerin leuchtete mit schön schwingendem, feinem Vibrato. Franziska Heinzen erwies sich als Interpretin großer gestalterischer Gabe, variierte dynamisch fein, ließ Töne wunderbar anschwellen, meisterte weite Tonumfänge, hohe wie tiefere Lagen mühelos und ohne hier oder dort stimmlich nachzulassen. Die Intonation war durchwegs makellos. Und zuletzt, bei den drei (!) Zugaben – Clara Schumann “Am Strande”, Alma Mahlers “Laue Sommernacht” und ein Mundart-Lied aus ihrer Walliser Heimat – ließ die Sängerin gar ein Talent für publikumsnahe, humorvolle Moderation aufblitzen.” aww 9.2020